"Denk selber!", sagt Walter Frankenstein

frankensteinUnter diesem Titel fand heute ein Zeitzeugengespräch im Jüdischen Museum Berlin, zu dem wir als Enrichmentkurs „Geschichte selber machen“ eingeladen waren, statt. Walter Frankenstein (93) hat die Nazizeit durch- und überlebt. Anhand seiner Geschichte konnten wir mehr über die Verfolgung und das Über-Leben als Jude in Deutschland zwischen 1933 und 1945 erfahren.

Er erzählte uns von seinem unfassbaren Glück und seinen tiefsten Trauerstunden. Beispiele dafür waren u. a. das klare Geständnis an zum Teil unbekannte Mitmenschen in Gefahrensituationen, dass er, seine Frau Leonie und seine zwei kleine Kinder (geboren 1943 und 1944!) Juden seien. Und das Glück bestand darin, dass die Menschen jedes Mal Walter und seine Familie in solcher einer Situation dennoch versteckt und nicht verraten haben. Anders herum gab es auch nicht so schöne Stunden für ihn und seine Familie.

Und im Gespräch ergab sich eine für uns sensationelle Neuigkeit. Walter Frankenstein hat von Mai bis November 1945 in der Emser Str. 6, gegenüber unserer Schule gewohnt und kannte diese auch noch. Spontan hatte er die Idee, uns in der ADO zu besuchen! Bei der Gelegenheit könnt ihr die spannende Frage stellen, ob er sich jemals für das Tragen des Judensterns geschämt hat. Ich bin sicher, er antwortet euch gerne. Ganz persönlich kann ich euch sagen, dass er uns eine erstaunliche Antwort gegeben hat! Nicht nur auf diese Frage!
Der Enrichmentkurs „Geschichte selber machen“ erforscht die Geschichte der jüdisch-deutschen Familie Lehmann aus Potsdam und hatte vor dem Zeitzeugengespräch die Möglichkeit mit Originalquellen im Archiv des Jüdischen Museums Berlin zu den Themen Jüdische Schulen, Zwangsarbeit und Deportation zu arbeiten.

Text: Marlon Nobis 9a / Herr Völker

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